Trauriges Votum gegen Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die EVP hat ges­tern im Natio­nal­rat einen Vor­stoss unter­stützt, der arbeit­s­tä­ti­gen Müt­tern und Vätern nach der Geburt eines Kin­des einen Rechts­an­spruch auf Reduk­tion ihres Arbeits­pen­sums gewäh­ren wollte. Dies hätte die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf spür­bar geför­dert, wurde jedoch von der Rats­mehr­heit abge­lehnt.

Die EVP hat ges­tern im Rat eine par­la­men­ta­ri­sche Initia­tive von Nadine Mass­hardt unter­stützt, die arbeit­s­tä­ti­gen Müt­tern und Vätern nach der Geburt eines Kin­des einen Rechts­an­spruch auf eine Beschäf­ti­gungs­re­duk­tion um maxi­mal 20 Pro­zent gewäh­ren wollte. Für klei­nere Unter­neh­men hatte die Initia­tive Aus­nah­men vor­ge­schla­gen.

Der Natio­nal­rat sprach sich lei­der mit 110 zu 67 Stim­men bei 3 Ent­hal­tun­gen gegen das Anlie­gen aus, das damit vom Tisch ist. Die EVP bedau­ert, dass das Anlie­gen nun vor­erst nicht wei­ter­ver­folgt wer­den kann. Ein bes­se­rer Ein­be­zug der Frauen in die Arbeits­welt wird auf Dauer nur gelin­gen, wenn sich auch die Väter stär­ker in der Kin­der­be­treu­ung enga­gie­ren kön­nen. Dies kann nur gelebt wer­den, wenn Teil­zeit­ar­beit von Vätern (inklu­sive im mitt­le­ren und obe­ren Kader) gesell­schaft­lich und in der Wirt­schaft akzep­tiert ist.

Eine stär­kere Betei­li­gung der Väter an der Kin­der­be­treu­ung könnte mass­geb­lich dazu bei­tra­gen, dass weni­ger Frauen aus dem Arbeits­pro­zess aus­stei­gen müss­ten. Sie könn­ten mit einem höhe­ren Pen­sum wei­ter­ar­bei­ten und auch mehr Füh­rungs­funk­tio­nen wahr­neh­men.

Ein Anspruch auf Reduk­tion des Pen­sums wäre eine Mass­nahme gewe­sen, um die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf für beide Eltern­teile spür­bar zu för­dern. Für das Bun­des­per­so­nal gibt es eine sol­che Rege­lung bereits und die Erfah­run­gen damit sind durch­wegs posi­tiv.